Berufsorientierung an der August-Macke-Schule nach Jahrgangsstufen

Die August-Macke-Schule legt großen Wert auf vertiefte Berufsorientierung und Übergangsbegleitung. Themenorientierter Unterricht, Projektunterricht und die Arbeit in Arbeitsschwerpunkten erschließen vielgestaltig dieses Feld. Unter Einsatz der materiellen Ressourcen wie z.B. Technik- und Computerräume, hauswirtschaftliche Lehrküche, naturwissenschaftliche Räume sowie Personal (LehrerInnen, Sozialpädagoginnen, außerschulische Kooperationspartner) wird den SuS die Möglichkeit gegeben, erste Erfahrungen in diversen beruflichen Bereichen zu machen und damit eine individuelle Lebens- und Berufsperspektive zu entwickeln. Für alle SuS– mit und ohne ausgewiesenen speziellen Förderbedarf – gibt es eine Förderanalyse, die ihre Stärken als Potential sieht und für die Berufsorientierung und das lebenslange Lernen stark berücksichtigt. Portfolio- und Wochen- oder Monatspläne fördern die Selbständigkeit.

Beginnend mit dem Jahrgang 5 starten die SuS durch verschiedene Projekte (skills4life, Friedenslauf) erste Soziale Kompetenzen, Teamfähigkeiten und demokratische Prinzipien zu erwerben. Verschiedene Lernzugänge werden im Förderunterricht und durch die Unterrichtseinheiten „Soziales Lernen“ sowie der Einführung des Klassenrates vermittelt.

In der Jahrgangsstufe 6 werden die SuS durch Vorstellungen von Elternberufen mit Fragen der Berufswahlorientierung konfrontiert. Ab der Jahrgangsstufe 6 können die SuS fortlaufend bis zur 10. Klasse in der Schülerfirma Europacafé mitarbeiten und so erste Berufserfahrungen sammeln.

Im Jahrgang 7/ Jahrgang 8 nehmen die SuS am bundesweiten Girls´ und Boys´ Day teil und können dort geschlechtsuntypische Berufe erkunden. Der Berufswahlpass, ein Portfolio für die spätere Bewerbung, wird vorgestellt.

Als ehemalige STARTKLAR-Schule ist die August-Macke-Schule in der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) integriert. Dadurch nehmen die SuS der Jahrgangsstufe 8 gemeinsam an der Potentialanalyse teil, bei der Stärken und mögliche Berufsrichtungen herausgefiltert werden. Auf dieser Basis finden Berufsfelderkundungen in mindestens drei Berufsfeldern statt. Die SuS können sich so erste berufliche Eindrücke verschaffen. Durch dieses Angebot einer praxisbezogenen und systematischen Berufsorientierung werden die SuS frühzeitig mit den verschiedenen Prozessen im Übergang in eine duale, oder auch schulische Berufsausbildung vertraut gemacht. Ein daran anschließendes einwöchiges Schnupperpraktikum vertieft den Einblick in die Arbeitswelt. Zum Ende der Klasse 8 startet das „Projekt zur Förderung der Ausbildungsreife“ (FdA). SuS bekommen einen jobcoach an ihre Seite gestellt, der sie intensiv und individuell in z.T. wöchentlichen Treffen beim Übergang in den Beruf (Praktikumssuche eingeschlossen) und über das Ende der Schulzeit an der August-Macke-Schule hinaus begleitet. So soll einem Abbruch der späteren Ausbildung oder Schule vorgebeugt werden. Neben den jobcoaches gibt es auch ein Betreuungsangebot durch die Berebs (Berufseinstiegsbegleiter) ab Ende der Jahrgangsstufe 8. Parallel dazu werden Erstkontakte zur Intra hergestellt, die die Förderschüler im Übergang Schule/ Beruf ebenso intensiv begleiten wie jobcoach. In der Jahrgangsstufe 8 besteht die Möglichkeit innerhalb der Wahlpflichtfächer die Teilnahme am Laborführerschein zu wählen. Der Laborführerschein ist ein berufsorientierendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum Bnn. Dabei können die SuS in naturwissenschaftliche Berufe hineinschnuppern. Der Berufswahlpass wird fortgeführt. Ein erster Besuch im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit rundet die Berufswahlorientierung in der 8. Jahrgangsstufe ab.

Im Jahrgang 9 wird eine noch intensivere Berufsvorbereitung getätigt. Im Rahmen von KAoA besteht die Möglichkeit, in Praxiskursen vertiefte Berufsorientierung in speziellen Bereichen zu absolvieren. Ein dreiwöchiges Betriebspraktikum findet kurz vor den Osterferien statt. Regelmäßige Sprech- und Beratungszeiten in der Berufsberatung durch die Arbeitsagentur fördern die SuS weiter in ihrer Berufsfindung. Ebenso wird die Unterstützung durch die jobcoaches, die Berebs und die Mitarbeiter der Intra fortgeführt. Für die jobcoach – SuS finden zudem zweimal im Jahr sogenannten Entwicklungskonferenzen statt, bei denen in einer Gruppen von Experten (Jugendberufshilfe, AfA, Lehrer*Innen, jobcoaches, Stubos und in Klasse 10 auch die Eltern der betreuten SuS)über die beruflichen Perspektiven der SuS gesprochen wird.

Durch die Teilnahme an der Vocatiumsmesse im Frühjahr wird es den SuS ermöglicht, erste Kontakte zum Arbeitsmarkt zu knüpfen und erste Bewerbungsgespräche zu trainieren. Im Unterricht werden gezielt einzelne Berufe untersucht, Bewerbungen geschrieben und sonstige Vorbereitungen für den Weg in die Ausbildung getroffen. Weitere Kooperationspartner unterstützen das Bestreben der SuS, sich gut zu orientieren.

Für die Jahrgänge 9 und 10 findet an der August-Macke-Schule im Herbst jedes Jahr eine Berufsorientierungsbörse statt. Weiterführende Schulen sowie Ausbildungsbetriebe der Region stellen sich und ihr Angebot vor, die SuS können sich selbständig Informationen für eine mögliche berufliche Perspektive holen und mitunter schon Kontakte für ein Bewerbungsgespräch knüpfen.

Neben der Berufsorientierungsbörse, die den SuS eine große Bandbreite an zukünftigen Ausbildungsbetrieben und Schulen aufzeigt, kommen über die IHK und HWK auch junge Auszubildende als Ausbildungsbotschafter/Innen in die Schule und berichten von ihrem Ausbildungsalltag. Dieses Angebot richtet sich an die Jahrgangsstufen 9 und 10. Weiterhin finden im Rahmen des Ausbildungslotsen- Projektes Einzelinterviews von SuS mit Vertretern der IHK und der HWK statt. Auch dieses individuelle Angebot richtet sich an alle SuS der Stufen 9 und 10.

Ein schulinterner Arbeitskreis aus Lehrkräften, sozialpädagogischen Fachkräften und den StuBo´s gewährleistet die Weitergabe von wichtigen und aktuellen Informationen und berät die LehrerInnen in ihrer Arbeit mit den SuS.

Erfahrungen in interkulturellen Vorhaben und internationalen Projekten ergänzen das Portfolio vieler SuS. Das Weiterführen des Berufwahlpasses in den Klassen 9 und 10 ermöglicht den SuS diesen zur Bewerbung weiter zu nutzen. Auch die Anschlussvereinbarung der SuS am Ende der Jahrgangsstufe 9 dient der Reflexion und Dokumentation der eigenen Berufsorientierung und ist als festes Element im KAoA- Programm festgeschrieben. Praktisch wird es dann für die SuS der Klassen 9 und 10 durch abwechslungsreiche Berufsorientierungs- Workshops, die zweitägig die SuS auf Bewerbungssituationen vorbereiten und die persönlichen Kompetenzen der SuS herausarbeiten.

Im Jahrgang 10 werden die SuS intensiv in ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz oder wahlweise nach einem Schulplatz begleitet. Das dreiwöchige Praktikum kurz nach den Sommerferien zielt nochmal verstärkt auf das Suchen und Finden einer möglichen Ausbildungsstelle. Direkt im Anschluss finden intensive Beratungen durch die Arbeitsagentur in regelmäßigen Einzelgesprächen statt. Begleitend dazu finden Beratungen und Veranstaltungen durch die LehrerInnen bzw. die sozialpädagogischen Fachkräfte im, aber auch außerhalb des Unterrichtes statt. Bewerbungsschreiben, Telefontraining, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche, Haushaltsführerschein, Praxiskurse (KAoA) etc. runden die Orientierung ab. Gemeinsame Gespräche mit den SuS, Eltern, LehrerInnen und den sozialpädagogischen Fachkräften stimmen das Wo und Wie des Überganges von der Schule zum Beruf, von der allgemein bildenden Schule zum Berufskolleg oder zu anderen Institutionen ab. An den Anmeldeprojekttagen sichert die Schule die reibungslose und korrekte Anmeldung an den Berufskollegs. Coaching und Übergangsbegleitung durch LehrerInnen, Sozialpädagoginnen, die Agentur für Arbeit, überbetriebliche Bildungsträger und andere sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Jahrgang 10. Hospitationen an den Berufskollegs oder anderen Maßnahmen sollen die Entscheidungen der SuS bekräftigen.

Das Berufsorientierungsbüro der August-Macke-Schule befindet sich mittlerweile im Büro der Sozialpädagoginnen. Dort können Fachkräfte die SuS in Fragen der Berufswahl beraten und unterstützen, sich selbst aber auch Materialien für den Unterricht organisieren und beraten lassen.